Geschichte der Schützengesellschaft Erlenbach

Segnung Schützenhaus 1970
Segnung Schützenhaus 1970

Wie durch mündliche Überlieferung bekannt ist, wurde bereits in den zwanziger Jahren des vergangenen Jahrhunderts in Erlenbach Schießsport betrieben. In der Gemarkung „Hemmerich“ war von den damaligen Schützen ein KK-Schießstand errichtet worden. Ältere Mitbürger berichten, dass dort Sonntagnachmittags mit Kleinkalibergewehren auf Scheiben geschossen wurde. Die Reste dieses Schießstandes sind heute noch zu sehen. Im Saal des Gasthauses „Zum Stern“ war das Schützenheim unterge­bracht.

Unterlagen aber, welche auf einen Schützenverein oder eine ähnliche Vereini­gung schließen lassen, sind leider bis heute nicht auffindbar. Nach dem unseligen 2. Weltkrieg, in den Wirren der Nachkriegszeit und der damals verständlicher­weise noch lang anhaltenden Abneigung gegen alles, was irgendwie mit Schießen zu tun hatte, wurde bestimmt auch so manches Dokument, manche Auf­zeichnung, Fotografie und dergleichen aus dieser Zeit von seinem Besitzer ver­nichtet oder weggeworfen. Dazu kam, dass im „Dritten Reich“ jegliche Vereinstätigkeit mit dem damaligen Regime verflochten wurde und viele Angst hatten, nach dem verlorenen Krieg und dessen politischen Fol­gen, mit den damals Regierenden in Verbindung gebracht zu werden.

Somit kann urkundlich nicht erfasst werden, ob es vor dem 2. Weltkrieg in Erlen­bach einen Schützenverein, eine ähnliche Vereinigung oder einen Zusammen­schluss von Sportschützen gegeben hat. Die Schützengesellschaft Erlenbach hat deshalb auch keinerlei rechtliche Voraussetzung, auf den vorerwähnten, eventuel­len Zusammenschluss von Sportschützen auf Vereinsebene aufzubauen.

Um so mehr ist der Mut einiger junger Männer zu bewundern, die sich in dieser Nachkriegszeit entschlossen, den Schießsport in Erlenbach wieder aufleben zu lassen. Hierbei half ihnen die bereits wieder ins Vereinsleben gerufene königlich privil. Schützengesellschaft Marktheidenfeld.

Diese jungen Burschen wurden dort Mitglieder, betrieben dort den Schießsport und gewannen in vielen persönlichen Gesprächen mit Erlenbachern deren In­teresse dafür. Sie verstanden es, in ihren Gesprächen die noch vorhandenen Vor­urteile gegen den Schießsport nach und nach abzubauen. Es blieb somit nicht aus, dass der Gedanke zur Gründung eines Schützenvereines in Erlenbach immer mehr Gestalt annahm und dementsprechende Vorbereitun­gen getroffen wurden.

Dieses ist in erster Linie unseren Schützenbrüdern Alfred Liebler und Erich Väth zu verdanken. 

Sie luden am 23. November 1957 zu einer Aufklärungsversammlung in das Nebenzimmer des Gasthauses „Zur Traube“ ein. Bei dieser Versammlung waren auch einige Vorstandsmitglieder der königl. privil. Schützengesellschaft Marktheiden­feld anwesend. Diese gaben den spärlich anwesenden Interessenten Hinweise, wie man einen Schützenverein gründen kann, welche Ziele dabei verfolgt werden und legten Wert auf die Feststellung, dass das Schießen in den Schützenvereinen eine rein sportliche Tätigkeit sei.

In dieser Aufklärungsversammlung wurde beschlossen, für den 7. Dezember 1957 zu einer Gründungsversammlung in das Gasthaus „Zur Traube“ einzu­laden.

An diesem, für die Mitglieder unserer Gesellschaft sehr wichtigen 7. Dezember 1957, kamen 23 Männer zur Gründungsversammlung ins Gasthaus „Zur Traube“, und gründeten die Schützengesellschaft Erlenbach.

Der Name „Schützengesellschaft Erlenbach“ wurde von den Gründungsmitgliedern ganz bewusst gewählt. Man wollte mit dem Vereinsnamen nicht nur als Schützenverein, sondern auch als gesellschaftliche Bereicherung für Erlenbach wahrgenommen werden.

Seit diesem denkwürdigen 7. Dezember 1957 sind nun über 50 Jahre vergangen.

In diesem halben Jahrhundert hat die Schützengesellschaft Erlenbach, die mit 245 Mitgliedern zum zweitgrößten Verein Erlenbachs geworden ist, sowohl sportlich, wie auch gesellschaftlich das Miteinander und das Zusammenleben in Erlenbach mitgeprägt.